The Siege of Constantia
Author:Jannis Makridakis
Rights sold: Greek
Genre:Novel 
Number of pages:186 
Edition:2000 
Editor:
Series: 
ISBN:978-960-05-1508-4 
ISSN: 
Publishing company:Hestia Publishers, Athens 
The year of publishing:2011 
Origin Country:Greece 

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TEXTPROBE S. 127-128

Ich habe gerade den Stammbaum fertig und eile, dir weiter zu schreiben, stand im Brief ihres Schwiegersohns. Als ich im Ara-Café mein Filet aufgegessen hatte, fühlte ich mich etwas besser, so als wenn ich nun die Nachrichten um mein neues Ich verdaut hätte, es gab Momente, in denen ich mich leicht und sicher fühlte, so als hätte ich soeben eine Geschichte gehört, die von jemand anderem handelte und keine weitere Folgen für mich, für meine Zukunft, für mein Leben hätte, der einzige Haken dabei war, dass mein Vater Yilmaz noch in Smyrna lebte, ich hatte seine Adresse in mein Adressbuch notiert, Lutvje hatte sie mir Wort für Wort buchstabiert, und ich notierte sie mir auf, notierte sie einfach so, ohne bestimmten Grund, da ich mir beinahe sicher war, dass ich ihm niemals begegnen wollte, andererseits war ich neugierig, ihn zu sehen, zu sehen, wie er aussieht, ohne dass wir uns jedoch gegenseitig vorstellen und ansprechen; ich dachte auch, dass ihn Lutvje bestimmt über mein Auftauchen benachrichtigt hatte, und mir wurde erst richtig klar, dass sie ihm auch meine Mobilnummer weitergereicht hatte, die ich am Vortag vor dem Heiligen Dimitris Murat gegeben hatte; damals ergriff mich große Nervosität, und ich wollte so schnell wie möglich aus der Türkei, ich bereute sofort meine Unbedachtsamkeit, Angaben über meine Person gegeben zu haben, mit deren Hilfe sie mich jederzeit hätten aufspüren können; doch der Fehler war nicht mehr rückgangig zu machen, also beschloss ich, auf keine unbekannte Nummer zu antworten und auch keinen Anruf mit unterdrückter Nummer entgegenzunehmen, bevor ich mit mir selber nicht im Klaren käme, und da dies mir während meines Aufenthaltes in Istanbul unmöglich schien, musste ich so bald wie möglich zurück auf die Insel, nach Hause, um zu mir zu kommen, von all dem Abstand zu gewinnen und entscheiden, was ich schließlich in meinem Leben will. In diesen Gedanken kreisend kehrte ich an jenem Sonntag, es ging schon auf den Nachmittag zu, nach dem guten Mahl gesättigt in dein Haus zurück, und traf dich und Anna, die mich mit langen Gesichtern erwarteten, weil ich nicht pünktlich zu unserem ersten Sonntagsessen erschienen war, da Anna und ich erst den Montag davor nach Istanbul angereist waren, es war also unser erster gemeinsamer Sonntag, der leider auch der einzige blieb, auch setzten wir uns seitdem nie wieder an den gemeinsamen Sonntagstisch, da ich euch an jenem Tag eröffnete, mich unwohl zu fühlen und mich darauf ins Zimmer einschloss, bis wir am folgenden Dienstag übereilt abreisten, jedoch werde ich dir alles, was in den zwei Folgetagen geschah, bis ins Detail weiter unten schildern.
Constantia hörte mit dem Lesen auf, Vangelia sah sie mit offenem Mund an und bekam kein Wort heraus. Es verstrichen einige Minuten, in denen kein Laut, nur Seufzer zu hören waren, bis Constantia die Seite wendete und ihrer Freundin den Blätterstoß entschlossen in die Hände legte, damit sie auch den Stammbaum sieht; sie stand auf und ging ihre Gläser neu füllen.

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