| Author: | Vana Busse, Michael Busse | |
| Rights sold: | Greek | |
| Genre: | Other | |
| Number of pages: | 1784 | |
| Edition: | 1500 | |
| Editor: | ||
| Series: | ||
| ISBN: | 978-960-05-1504-6 | |
| ISSN: | ||
| Publishing company: | Hestia Publishers, Athens | |
| The year of publishing: | 2011 | |
| Origin Country: | Greece | |
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Summary |
Reviews |
Sample text |
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AUSZÜGE aus den BRIEFEN (1. Band) Frankfurt, den 29. Dezember 1836 Seit Tagen möchte ich Dir schreiben, mein geliebter, holder Vater, aber trotz meiner guten Absicht war es mir unmöglich. Ich selbst litt deshalb mehr als jeder andere, denn auf dieser Welt habe ich keinen anderen Weg mehr, Dir meine Liebe auszudrücken, mein engelgleicher Vater, daher ist mir das Schreiben zu einem echten Bedürfnis geworden. Nun werde ich jedoch in aller Kürze mit der Schilderung meiner Reise fortsetzen. Das letzte Mal, als ich Dir schrieb, aus Elberfeld, wie Du gesehen hast, war es Heiligabend und ich war sehr traurig gestimmt. Mir kam aber Mutter in den Sinn, sie trat zu mir und sagte mir lächelnd und ernst zugleich, ich müsse Vorsicht walten lassen. Dies tat ich auch bis gestern Abend, da befiel mich noch größere Traurigkeit als in Elberfeld. Dort (also in Elberfeld) sind wir am Morgen zur Heiligen Mette gegangen. Natürlich sind wir fast erdrückt worden. Danach hat uns der Bürgermeister zu einer Warenmesse aus Produkten, die alle in Elberfelder Fabriken hergestellt waren, geführt. Wirklich sehr schöne Sachen. Dort hat mir der König ein blaues, um genau zu sein, ein dunkelblaues Samtkleid gekauft, wunderschön. Erzähl das der Scharnhorst und sag ihr, dass ich mir sicher bin, es würde ihr gefallen. Von Elberfeld sind wir um halb elf aufgebrochen, bei schrecklicher Kälte. Es gab einen schrecklichen Schneesturm und obwohl die Fenster geschlossen waren, drang der Schnne herein. Stell Dir also mein Entsetzen vor, als ich in Düsseldorf halb erfroren ankam und vor der Herberge Prinz Friedrich, der über seinem Oberkleid sein Ordensband trug, mit einer Menge weiterer Herren warten sah. (...) Solange der König die Akademie besuchte, blieb ich in der Herberge, und da es kalt war, wechselte ich mein Kleid in einem eisigen Zimmer. Nach einem Diner, bei dem ich mich wohl fühlte und während dessen der Prinz mehrmals nach Dir fragte und über seinen Aufenthalt in London mit Begeisterung sprach, brachen wir um sechs auf, und es war schon dunkel, als wir in Köln ankamen, wo wir erneut Fremde, Bayern und einen gewissen Herrn Brandis zum Souper einladen mussten. Ich hatte überhaupt keine Lust, war müde, fror und bemühte mich, mir nicht anmerken zu lassen, wie schlecht gelaunt ich war. (...) Erst um halb zehn brachen wir von Köln auf. Weil die Koblenzer Brücke verschüttet ist, benötigt es sehr viel Zeit, die Wagen an das andere Ufer zu befördern, wir stiegen in ein kleines Boot – es war bereits pechdunkel, denn zu dieser Zeit ist es gegen fünf halb sechs schon Nacht – um hinüberzusetzen. (...) Verona, den 19. Januar [1837] (...) Als ich ankam, nach einer sehr ermüdenden Reise, war ich froh, denn ich meinte, dass ich jemandem mein Herz öffnen könnte. Es war aber unmöglich, denn jene, die ich unter den Anwesenden kannte, waren mit verschiedenen Verrichtungen sehr beschäftigt, sie hatten keine Zeit, sie verstanden mich nicht, sie interessierten sich nur für mich, weil ich die Frau des Königs bin, sie sahen mich lediglich wie eine Maschine an, die zum Glück und Wohl des Königs beizutragen hat. Nichts, aber auch gar nichts haben sie mich gefragt. O Mama, wie oft habe ich mich nach Deiner wohltuenden Anwesenheit gesehnt. Du verstehst mich, weißt mich zu nehmen. Dort drüben [im Bayerischen Hof] herrscht fürchterliche geistige Nötigung. (...) Athen, den 28. Februar/11. März 1837 Mein geliebter, holder, milder Vater, Während draußen der Schirokko pfeift, sitze ich an meinem französischen Sekretär und denke an Euch und schreibe Euch, das heißt ich schreibe an Dich, mein engelgleicher Vater, doch meine Briefe sind an Euch alle. Mir geht es gut, und ich habe allen Grund gut gelaunt zu sein. Diese Jahreszeit ist prachtvoll und der Ort besonders schön. Große Freude bereiten mir die Spazierritte, die ich auf meinem Pferd in der Umgebung mache, und besonders freut mich die Geschicklichkeit und Sicherheit meines Seyram (das ist sein Name). Wenn er an steile Abhänge gelangt oder steinige oder sehr enge Straßen – es gibt sehr viele dieser Art hier – queren muss, prüft er erst den Boden und setzt dann erst auf. Ich habe dreistündige Spazierritte auf Straßen gemacht, vor denen die Straßen in Holstein als breit bezeichnet werden können. Es handelt sich aber um Landstraßen, denn fahrbare haben wir hier genauso gute wie jene zwischen Oldenburg und Bremen. Auch ist es leicht, sie zu bauen, denn hier gibt es so viele Steine, dass einem beim Spaziergang jedesmal auch ein Paar Stiefel verschlissen sind. (...) Athen, den 2./14. März 1837 (...) Gestern war der Auftakt der Fastenzeit, und hier gibt es den Brauch, dass alle an diesem Tag zum Zeustempel gehen, außerhalb der Stadt. Dort, unter freiem Himmel, sitzen sie und essen ihre gewohnten einfachen Speisen, die aus Zwiebeln, Brot, Oliven und so weiter bestehen. Wir sind auch hin, und es war sehr malerisch, die Grüppchen von Menschen zu sehen, wie sie auf dem Gras oder den Felsen zusammensaßen. Hunderte von Menschen, alle fröhlich und gut gelaunt, zogen hin und her an dieser so oder so malerischen Stätte. Viele tanzten ihren Nationaltanz. Das natürliche Licht war einzigartig. Der Berg Hymittos und die Akropolis an beiden Enden, in der Ferne das Meer. Und all die verschiedenen Trachten, die schönen Gesichter! Die hübsche Frauentracht aus Hydra ist besonders malerisch. Und unter all diesen Menschen sah man hier und da einen der Offiziersführer stolz auf und ab gehen. Jetzt muss ich leider schließen. Zu spät habe ich erfahren, dass es diese Möglichkeit gab, Briefe zu schicken. (...) Copyright Sophia Georgopoulou |
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