Gezoul
Author:Niki Marangou
Rights sold: Greek
Genre:Novel 
Number of pages:209 
Edition:
Editor:
Series: 
ISBN:978-960-05-1481-0 
ISSN: 
Publishing company:Estia, Athen 
The year of publishing:2010 
Origin Country:Greece 

Author and his oeuvre

Summary

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Sample text

Seite 24 bis 25 Mitte

Loula und Katingo sammelten Schlidkröten. Sie suchten kleine. Sie drängten morgens oder abends an die Binsen um den Fluss, um Wasser zu trinken. Sie steckten sie in kleine Schachteln und brachten sie zurück in den Hof.
„Schon wieder Schlidkröten!“, rief Bitsa. „Ich werf sie weg. Überall habt ihr diese Dreckstiere ausgesetzt.“
Indes verfolgten die Mädchen vergnügt das Liebesspiel eines Schildkrötenpaares. Das Weibchen unten schwenkte seinen Kopf mal rechts mal links, und das Männchen tat das gleiche nur in umgekehrter Richtung, mal links mal rechts. Wie schafften sie es sich koordinieren, das blieb den Mädchen ein Rätsel. Wie kann Liebe koordiniert werden?

Im Bett wendete ich mich zu ihm, doch er schlief; ich streichelte seinen Rücken, atmete seinen Geruch. Glückseligkeit.

Sie blickte durch das Fenster auf den nackten Rücken des Engländers. Er rasierte sich. Sein Rücken war eigentümlich weiß, war anders als die Körper, die sie kannte. Er war stark, aber ganz anders als, sagen wir mal, der von Petros, der mit nackten Oberkörper das Holz auf den Wagen lud, sonnengebräunt und von weitem Schweiß riechend.
Ihre Kusine war gekommen, Bitsa beim Bereiten der Süßspeisen zu helfen. Sie pflückten die Pomeranzen von den Bäumen, wuschen sie, ritzten und schälten sie. Jede hatte eine Nadel, und nachdem sie die Schale in eine Spule gerollt hatten, zogen sie den Faden durch.
„Roll sie ordentlich, du machst mir die Süßspeise noch zunichte“, schalt Bitsa Katingo, die unachtsam war, „gib Acht!“.
Der Engländer war heruntergekommen und beobachtete sie aus der Ferne. Er kam näher und blickte neugierig die Mädchen an. Er nahm eine Schale vom Tisch und zog ihren Duft ein. Die Mädchen begannen zu singen, zum Zeitvertreib..


Seite 189 bis 190 Mitte

Er zuckte beinah, als er ihre glänzenden Rücken erblickte. Delfine begleiteten das Schiff, sie spielten mit den Wellen. Er hielt es für ein gutes Omen, gespaltet wie er war über seinen Entschluss, die Stelle des englischen Subkonsuls in Mesolongi anzunehmen. Loula wollte mitnichten aus Athen weg, und er bestand darauf. Immer traf er die Entscheidungen, und Loula folgte. In letzter Zeit jedoch merkte er an ihr ein Aufbegehren. Er selbst fühlte sich auch müde. Immer öfter dachte er an England, das er aus seinem Leben beinah getilgt hatte. Er erinnerte sich an das kleine Haus in Kingswood, den nahen Fluss, seine Oma stets am Kamin sitzend, die Stube, die immer halbdunkel war und sich, der morgens herumtastend seine Kleider zusammensuchte.
Und plötzlich mitten auf ruhiger See unter strahlendem Sonnenschein, zogen Wolken im Himmel auf, es wurde dunkel, und es türmten sich Wellen, die das Schiff auf und ab schlugen; er hielt sich fest, um nicht zu fallen. England schwand, er spürte Übelkeit in seinem Magen, doch rasch, so unversehens das Wetter umgeschlagen hatte, so kam wieder die Sonne raus und alles war wie zuvor. „Was für ein verrücktes Wetter“ dachte er bei sich, „genauso wie die Leute“. Er dachte an die Verwicklungen der Politik, die Parteiklüngel, die Fehden der vergangenen Jahren, „was für ein Land!“, vielleicht war es an der Zeit, eine Reise nach England zu machen, Kingswood und das unweit liegende Bath wiederzusehen.

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