Frauengeschichten
Berühmte Frauen und ihre Freundinnen
Author:Joey Horsley, Luise F. Pusch
Rights sold: German
Genre:Science 
Number of pages:320 
Edition:
Editor:Joey Horsley Luise F. Pusch
Series: 
ISBN:978-3-8353-0634-9 
ISSN: 
Publishing company:Wallstein Verlag, Göttingen 
The year of publishing:2010 
Origin Country:Germany  

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Seite 19 aus dem Beitrag: "Als Mann und Frau etliche jahr mit einander gelebt"

Die Geschichte von Catharina Margaretha Linck und Catharina Margaretha Mühlhahn gleicht einem authentischen Schelmenroman. Wie Simplicius Simplicissimus strich Linck alias Anastasius Lagrantinus Rosenstengel durch die deutschen Lande, die vom Dreißigjährigen Krieg noch schwer gezeichnet waren, und bestand, als Mann verkleidet, haarsträubende Abenteuer. Einmal zog sie den Kopf buchstäblich und in letzter Sekunde aus der Schlinge. 1717 heiratete sie Catharina Mühlhahn, die fortan mit ihr über Land zog. Doch anders als Grimmelshausens Roman ging die Geschichte der beiden Catharinen nicht gut aus. Sie flogen auf und wurden drastisch bestraft: Die 'Ehefrau' musste für drei Jahre ins Zuchthaus, der 'Ehemann' wurde 1721 auf dem Fischmarkt in Hlberstadt enthauptet.
Überliefert ist die traurige und zuweilen auch urkomische Geschichte dieses tollkühnen Frauenpaars dank der umfangreichen, heute noch erhaltenen Gerichtsakten. (...)


Seiten 206 unten - 209 aus dem Beitrag: "Wie soll man solche Gefühle nennen, wenn nicht Liebe?"

[Dorothy] Thompson war freiberuflich tätig für die Zeitungen Philadelphia Ledger und The New York Evening Post. In zweiter Ehe war sie seit 1928 mit dem amerikanischen Schriftsteller Sinclair Lewis verheiratet, der 1030 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Die Interessen des Ehepaars gingen immer weit auseinander, je mehr Thompson sich dem politischen Journalismus zuwandte. Bereits früh empfand sie ihn als Vampir, der ihr all ihre Energie und Vitalität aussaugte, und sehnte sich nach einer Gesellschaft, in der sie sich zu Hause fühlen konnte. Wie Vincent Sheean schreibt, war ihre Liebe, "wenn man es Liebe nennen kann, hauptsächlich zur Liebe in Abwesenheit verurteilt". Beide waren viel unterwegs und schienen es fast darauf anzulegen, auf keinen Fall gleichzeitig im selben Ort zu sein. Sowenig ihre Ehe funktionierte, wenn sie zusammen waren, so nah waren sie sich in ihrer Korrespondenz. Thompson konnte hier ihre phantasievolle und kreative Seite ausleben - dies suchte sie in ihren Beziehungen zu Männern. Sie litt darunter, dass diese Komponente in ihrem sonstigen Leben zu kurz kam.
Im August 1932 fuhren Thompson und Lewis ein letztes Mal gemeinsam nach Europa. Als zweite Hochzeitsreise gelpant, endete diese Zeit für die beiden in einem Fiasko. Lewis fühlte sich unter Thompsons FreundInnen sichtlich unwohl, nicht nur konnte er sie nicht ausstehen - er bewegte sich unter ihnen auch meist stumm und wie taub, da er nur Englisch sprach. Dazu kam noch, dass er regelmäßig betrunken war. Dieser Malaise wollte Thompson mit einer großen Weihnachtsfeier in Österreich abhelfen. Sie hatte einige ihrer engsten FreundInnen, hauprsächlich EngländerInnen und AmerikanerInnen, eingeladen. Es ging darum, Spaß zu haben. Sie wollten Ski fahren und rodeln - aber leider gab es zu wenig Schnee. Musik, Tanz, Wein und Unterhaltung gab es jedoch reichlich.

Weihnachten und Silvester 1932:
Ein zündendes Wiedersehen

Sechs Jahre war es her, dass Dorothy Thompson und Chtista Winsloe sich zuletzt begegnet waren, als sie sich 1932 auf dieser Weihnachtsfeier am Semmering in der Nähe von Wien wiedersahen.
Wie es zu diesem Wiedersehen kam, ist unklar. Da es nur geladene Gäste gab, muss Winsloe von Thompson eingeladen worden sein. Aus Thompsons Tagebuch geht hervor, dass sie Winsloes Buch zu ihrem weltberühmten Film Mädchen in Uniform bereits kannte, [...]
Winsloe kam bereits vor den anderen Gästen in Wien an - und diese Begegnung traf Thompson ins Herz:

So ist es mir denn wieder passiert nach all den Jahren. Es war nur einmal vorher vorgekommen. [...] Nun also, wie soll man sich dann erklären, dass es zum zweiten Mal geschah? [...]
Plötzlich gewann ihr Name magische Kraft. C. Ich wollte ihn aussprechen, von ihm Gebrauch machen. Ich sprach mit anderen über sie, um ihn nennen zu hören. Als hielte ich ein Amulett in der Hand, so war mir beim Aussprechen ihres Namens. Ich liebe diese Frau. Da steht es geschrieben, und verhöhnt das Wort Liebe im Zusammenhang mit jeder anderen Frau in der Welt!
[...] Wie um Himmels Willen soll man solche Gefühle nennen, wenn nicht Liebe? Diese außerordentlich vertiefte Eindrucksfähigkeit, diese erhöhte Sensibilität, diese völlige Übereinstimmung der Gefühle?