Brouillé
Mosaik eines Verbrechens am Vorabend der Französischen Revolution
Author:Richard K. Breuer
Rights sold: German
Genre:Detective Story 
Number of pages:360 
Edition:
Editor:Richard K. Breuer
Series:Band 2 
ISBN:978-3-9502498-2-8 
ISSN: 
Publishing company:Richard K. Breuer, Wien 
The year of publishing:2010 
Origin Country:Austria 

Author and his oeuvre

Summary

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KAPITEL: Prolog
Im Kaminzimmer, das einen guten Blick auf den festlich geschmückten und mit vielen Gästen gefüllten Ballsaal des Schlosses Vallée-Chessy gewährt, beobachtet im März des Jahres 1789 der Baron einer sehr angesehenen französischen Familie das ausgelassene Treiben und nippt hin und wieder an einem Glas süßen Portweins. Um ihn herum kleine und große Günstlinge, die ihn mit banalen, aber amüsanten Geschichten erfreuen. Um den einen oder anderen jungen Herren besser sehen zu können, hält er seine, an einer goldenen Kette befestigte, Lorgnette vor die Augen und blinzelt. Mit seinen gichtig-steifen Händen begrüßt er Neuankömmlinge oder tupft sich mit einem Parfumtuch die Wangen und den Hals. Der Graf einer sehr bekannten französischen Familie macht dem Baron in schmeichlerischem Ton die Aufwartung. Dieser lädt ihn ein, an seiner Seite Platz zu nehmen. Der Graf bedankt sich höflich, setzt sich und nimmt ein Glas Sherry, das ihm von einem Diener auf einem Silbertablett gereicht wird. Für das weitere Geschehen werden die beiden Herren von keiner sonderlichen Bedeutung sein, trotzdem wollen wir ihrem Gespräch folgen.
»Wie geht es Moucel?«, fragt der Baron – »Habt Ihr etwas in Erfahrung bringen können?«
»Der Vicomte muss das Bett hüten. Chevalier de Castel-Jaloux sagte mir, dass sein Onkel einen Schwächeanfall erlitt und sich in seine Gemächer zurückzog.«
»Ein Schwächeanfall?«, murmelt der Baron und zieht einen Mundwinkel kurz nach oben – »Das erklärt, warum der Chevalier in einer äußerst guten Laune anzutreffen war. Vielleicht darf er sich schon bald mit dem Erbe seines Onkels schmücken. Die Ländereien sollen kräftige Gewinne abwerfen, wie ich erst kürzlich hörte. Was natürlich nur Monsieur Winterhalter zu verdanken ist, der mit strenger Hand die Geschäfte zu führen versteht. Solch einen Gutsverwalter würde ich mir wünschen.«
Der Graf nickt, sieht kurz nach rechts, dann nach links, kommt ein Stück näher und dämpft seine Stimme.
»Habt Ihr … die Sache von Monsieur Winterhalter gehört? Er soll auf offener Landstraße von einem Räubergesindel erschlagen worden sein.«
»Was sprecht Ihr da? Der alte Winterhalter ist tot?«, schreckt der Baron auf – »Das … will ich nicht glauben.«
»Ich konnte durch eine glückliche Fügung das Gespräch zwischen dem Chevalier und einem mir unbekannten Herren folgen. Es steht außer Frage, dass man uns das Verbrechen vorenthalten wollte. Vielleicht war es kein gewöhnlicher Überfall, der Monsieur Winterhalter zum Verhängnis wurde. Dem Chevalier, wie soll ich sagen, kommt es doch sehr gelegen, den alten Gutsverwalter seines Onkels unter der Erde zu sehen. Es würde mich nicht weiter verwundern, wenn der Chevalier sich finsterer Mächte bedient hätte.«
Der Baron ist sichtlich erstaunt.
»Gewiss, dem Chevalier sind alle teuflischen Mittel recht, um seine unermessliche Gier zu stillen.«
Der Graf tippt nachdenklich mit einem Finger am Glas.
»Man erzählt sich, dass der Chevalier die … trickreichen Dienste von Monsieur Richard in Anspruch genommen hat. Um eine Waldquelle soll es gehen.«
»Eine Waldquelle?«, wiederholt der Baron – »Ist das alles?«
»Mehr konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen«, zuckt der Graf kurz mit der Schulter.
»Derartige Ablenkungen sind eines Aristokraten nicht würdig.
Als wäre die Welt eine Theaterbühne mit einfältigen Schaustellern. Der Chevalier verkennt den Ernst der Lage, wenn er sich in die absurde Illusion eines greisen Taschenspielers ersteigt.«
»Diese absurde Illusion, wie Ihr es nennt, könnte ihm … eine Million Livres bringen.«
»Eine Million Livres?«, wiederholt der Baron ungläubig und tupft mit seinem parfümierten Tuch vorsichtig seinen Hals.



KAPITEL: Ein Bankier aus Genf

In der Bibliothek des Schlosses von Fontaine, nicht unweit von Grenoble, liegt Aleksander Mickiewicz im Morgenmantel auf der Chaiselongue und schläft. Unter dem Morgenmantel trägt er das Nachtgewand und auf dem Kopf die Nachtmütze. Das Stakkato der Regentropfen, die unablässig gegen die hohen und breiten Glasfenster prallen, ist lautstark im großen Zimmer zu hören. Es ist merklich kühl. Der strenge Winter ist auch am Ende des Februarmonats von 1789 noch zu spüren. Ein Ofen, in der Ecke der Bibliothek platziert, strahlt nur wenig Wärme ab. Um die Chaiselongue stehen sechs Stapel zu je sechs Büchern. Marquis d’Angélique, Hausherr und Gastgeber, schreitet am frühen Vormittag mit großer Ruhe in die Bibliothek. Ein Diener öffnet die Tür und schließt sie hinter ihm. Der Marquis ist fein geputzt, trägt einen samtenen schwarzblauen Rock, eine dazupassende reich verzierte Weste mit goldenen Stickeinlagen, ein weißes Halstuch, Kragenbinde, dunkle Kniehose, weiße Nankingstrümpfe und ein Paar blank geputzter Schnallenschuhe. Seine graue gepuderte Perücke sitzt streng und korrekt. Er blickt sich im Zimmer um. Bemerkt die literarische Unordnung. Bemerkt die vielen Tintenkleckse auf dem Holzboden. Seufzend geht er zur Chaiselongue und sieht auf Mickiewicz herab. Dieser schläft tief und fest.
»Der Stil macht den Menschen«, murmelt der Marquis und weckt Mickiewicz - »Ihr solltet Eure Reiselektüre zur Kutsche bringen lassen. Habt Ihr Euch schon entschieden? Oder wollt Ihr das Los entscheiden lassen?«
Mickiewicz blickt auf die Bücherstapel rund um ihn.
»Ich habe die Nacht über eine Auswahl getroffen. Sie fiel mir nicht leicht, Marquis, aber das könnt Ihr Euch vermutlich denken.«
»Gewiss. Wo sind die Bücher?«
»Vor Eurer gepuderten Nase.«
Der Marquis zieht eine Augenbraue hoch.
»Monsieur Mickiewicz! Meint Ihr nicht, dass es zu viele sind?«
»Ein Gelehrter, der mit weniger als drei Dutzend Büchern reist, ist kein Gelehrter, sondern ein Plebejer.«
»Natürlich«, seufzt der Marquis und läutet nach einem Diener, der die Anweisung erhält, die aufgestapelten Bücher in Kisten zu packen und zur Kutsche zu bringen.

*

Mickiewicz, noch immer im Morgenmantel und in Hausschuhen, sitzt mit dem Marquis und dem jungen Amerikaner Thomas Duport beim Tisch. Der Marquis legt die Gabel zur Seite.
»Mir kam zu Ohren, dass Monsieur Winterhalter, der alte Gutsverwalter des Vicomte de Moucel, vor wenigen Wochen eines unnatürlichen Todes starb. Man fand seine Leiche nicht unweit des Schlosses im Graben der Landstraße. Um es kurz zu machen: Monsieur Winterhalter wurde erschlagen und seiner Habseligkeiten beraubt.«
»Was ist daran sonderbar?«, wirft Mickiewicz beiläufig ein – »An Straßenräubern gibt es in Frankreich keinen Mangel. Falls Ihr es vergessen habt, Marquis, die Menschen hungern und frieren.«
»Fürwahr, das ist der natürliche Lauf der Dinge«, zuckt der Marquis mit der Schulter – »Das Sonderbare erschließt sich auch mir nicht recht, aber der alte Vikar Ferré ließ mich durch eine Nachricht wissen, dass im Schloss von Vallée-Chessy der doppelgesichtige Teufel sein Unwesen treiben würde und dieser den alten Gutsverwalter auf dem Gewissen hätte.«
Der Marquis holt aus seinem Rock ein gefaltetes Stück Papier und reicht es Mickiewicz, der es langsam entfaltet.
»Doppelgesichtiger Teufel?«, beginnt Duport unruhig auf dem Stuhl herumzurutschen – »Was hat es damit auf sich?«
»Das wird uns der Vikar sicherlich verraten«, antwortet der Marquis - »Wir werden ihn am Fest treffen.«
»Glauben Sie an Gespenster, Marquis?«, fragt Duport leise.
»Nein, nein, hier handelt es sich bloß um die Übertreibung eines alten Geistlichen. Der Teufel steckt im Menschen, wie wir alle nur zu gut wissen, nicht wahr?«


KAPITEL: Ein Licht für Vikar Ferré

Nach einer ereignislosen mehrtägigen Reise fährt in der Abenddämmerung die Kutsche des Marquis d’Angélique durch das Eingangstor in den Schlosspark von Vallée-Chessy. Als die Kutsche das Tempo verlangsamt, schiebt der Marquis den schweren Vorhang ein Stück zur Seite und wirft einen kurzen Blick aus dem Fenster. Der Schlosspark ist mit Fackeln, Laternen und Lampions festlich dekoriert, das Schloss hell erleuchtet. Von der Terrasse dringt das leise Geplauder der vielen Herrschaften zu ihnen. Später. Der Marquis geht mit Mickiewicz aus dem Schloss und auf dem Kiesweg des Parks entlang, der mit Fackeln beleuchtet ist.

»Wir haben eine Verabredung mit Vikar Ferré?«, fragt Mickiewicz
ungläubig - »Im Schlosspark?«
»Genauer gesagt, in einer Liebeslaube!«
»Ich hoffe, Ihr möchtet nur mit ihm reden, Marquis.«
»Gewiss. Vikar Ferré ist ein vorsichtiger alter Mann.«
Die beiden bleiben vor einem gespannten Seil, das den weiteren Weg versperrt, stehen.
»Was macht dieses Seil hier?«, sieht sich der Marquis verwundert um.
»Es scheint, dass man damit ein Ende anzeigen möchte. Der weitere Bereich des Parks ist nicht mehr erleuchtet.«
»Wahrlich, wir müssen für Licht sorgen. Am besten, wir nehmen gleich diese Fackel hier.«
Der Marquis geht zu einer brennenden Fackel, die auf einem Stab befestigt ist, welcher in der Erde steckt und an dem das Seil festgemacht wurde. Mickiewicz folgt ihm. Gemeinsam stehen sie um die Fackel, die heiß auflodert. Der Marquis ist in Gedanken.
»Ich darf der Flamme nicht zu nahe kommen«, murmelt der Marquis – »Schließlich will ich meine Kleidung nicht unnötig einer Gefahr aussetzen. Wir werden an diesem Seil hier ziehen und so den Stab mit der Fackel aus dem Boden ziehen. Ihr gehört nach vor. Bei Eurem dunklen Rock merkt man nicht, wenn er ein wenig Rauch abbekommt. Aber meinem neuen Rock würde es gar nicht behagen.«
Mickiewicz stellt sich vor den Marquis und nimmt das Seil in beide Hände.
»Wir sollten besser gleichzeitig am Seil ziehen«, merkt der Marquis an – »Ich zähle bis drei. Eins … zwei … drei.«
Die beiden ziehen am Seil. Der Stab mit der Fackel biegt sich in ihre Richtung und löst sich dabei immer weiter aus dem Boden.
»Tut sich etwas?«, keucht der Marquis.
»Nein«, antwortet Mickiewicz heiser vor Anstrengung – »Ich werde mir besser eine Rast gönnen. Meine Hände schmerzen bereits beträchtlich!«
Mickiewicz macht einen Schritt auf die Seite und betastet vorsichtig seine Hände.
Der Marquis, der mit aller Kraft am Seil zieht, schüttelt sachte den Kopf,
»Ihr geht wohl jeder Anstrengung aus dem Weg.«
Da löst sich der Stab aus dem Boden und schnellt mitsamt der Fackel auf den Marquis zu. Ehe dieser noch reagieren kann, schießt ihm die brennende Fackelspitze an die Brust und wirft ihn regelrecht um. Stab und Fackel gleiten zu Boden und bleiben eine Armlänge vom Marquis liegen, der mit weit aufgerissenen Augen nervös keucht. Mickiewicz geht zu ihm und sieht auf ihn herab.
»Euer Rock hat Feuer gefangen.«
Der Marquis hebt erschrocken seinen Kopf und erkennt, dass einer seiner beiden Rockzipfel zu glosen begonnen hat. Er richtet sich auf, zieht seinen Rock aus und lässt ihn zu Boden fallen. Die beiden betrachten den glimmenden Rockzipfel.
»Mein Rock ist völlig ruiniert«, bemerkt der Marquis.
»Potentium amicitiae sunt periculosae … wer zu nahe zum Feuer geht, versengt sich den Rock.«
»Zweifelsohne«, seufzt der Marquis – »Wie sieht meine Perücke aus?«
»Eure Perücke ist weniger geschwärzt, als Euer Gesicht.«
»Ich bin schwarz im Gesicht?«, betastet der Marquis vorsichtig seine Wangen – »Gott im Himmel! So kann ich unmöglich jemandem vor die Augen treten! Man würde mich für einen Neger aus den Kolonien halten. Habt Ihr noch ein frisches Tuch? Und könnt Ihr endlich das Flämmchen auf meinem Rock löschen? Eine leibhaftige Katastrophe ist das! Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, das Schicksal ist mir heute nicht gewogen. Daraus würde Shakespeare ein vollendetes Drama zeichnen ... «
Der Marquis sieht zu Mickiewicz und erbleicht.
»Was zum Teufel tut Ihr da?«
Mickiewicz, der mit der Fackel den Rock des Marquis an mehreren Stellen in Brand gesetzt hat, hebt seinen Kopf.
»Ich lösche die Flammen, Marquis.«
»Indem Ihr meinen Rock … verbrennt?«
»Feuer löscht Feuer, heißt es.«
Der Marquis reißt Mickiewicz den Stab mit der Fackel aus der Hand und sieht auf seinen Rock, der lichterloh brennt.
»Womit habe ich das nur verdient« murmelt der Marquis.
»Messieurs!«, ruft eine fremde Stimme in ihrem Rücken. Aufgeregt. Sehr aufgeregt.


KAPITEL: Die geheimen Audienzen Winterhalters

»Also gibt es demnach keinen Grund, keinen guten Grund, Monsieur Winterhalter aus dem Leben zu wünschen?«, fragt Mickiewicz den neuen Gutsverwalter Triboulet.
»Aus dem Leben zu wünschen? Sie meinen …«, unterbricht sich Triboulet selbst – »Wer auch immer Monsieur Winterhalter den Tod wünschte, der müsste ihn auch mir wünschen. Ich habe seine Agenden übernommen … und versuche diese nach bestem Gewissen zu erfüllen.«
»Alle Agenden, Monsieur Triboulet?«

Triboulet weicht dem Blick aus, senkt den Kopf.

»Ich … ich verstehe nicht, warum Sie sich für dieses Verbrechen so sehr interessieren. Sprechen Sie besser mit Hauptmann Guyard, er hat die Untersuchung geleitet. Was kann ich Ihnen schon darüber erzählen?«
»Sie können mir erzählen, ob es stimmt, dass junge Mädchen aus dem Dorf ins Schloss gebracht wurden.«
»Wie? Sie reden von den …Audienzen?«
»Audienzen?«, wird Mickiewicz hellhörig – »Monsieur Winterhalter hat junge Mädchen … zu einer Audienz geladen?«
»Vikar Ferré hat hin und wieder eines der Mädchen auf das Schloss mitgenommen, wenn es den Bund der Ehe schließen wollte. Ihre Kammerzofe hat den Mädchen reichlich zu essen gegeben und sie neu eingekleidet … um dann die Aufwartung bei den gnädigen Damen zu machen, die sie großzügig beschenkten. Diese Audienzen verbrachten die Mädchen meist recht schläfrig … weil sie zuvor zügellos aßen und tranken. Ist das in Ihren Augen … verwerflich?«
»Das denke ich nicht, Monsieur Triboulet.«
Mickiewicz nimmt wieder das zuvor zur Seite gelegte Buch zur Hand. Triboulet blickt zu Boden. Man hört eine Weile, wie alte Buchseiten umgeblättert werden.
»Ich werde mich nun zurückziehen, Monsieur«, kommt es von Triboulet – »Sie können mich gerne rufen lassen, wenn Sie weitere Fragen haben oder Ihnen etwas am Herzen liegt.«
»Das werde ich, Monsieur Triboulet.«


KAPITEL: Nec scire fas est omnia

Der Marquis kommt in die Bibliothek und wendet sich an Mickiewicz.
»Hier wird etwas im Schilde geführt. Noch weiß ich nicht, gegen wen der Streich gerichtet ist, aber ich habe ein feines Gespür, wenn man mich in die Falle locken möchte. Sind Euch in den letzten Tagen seltsame Begebenheiten aufgefallen?«
Mickiewicz zieht seine Stirn in Falten.
»Nun, das Dorf in der Nähe des Schlosses begehrt auf, weil es befürchten muss, dass man ihre einzige Einnahmequelle verkaufen könnte und bringt deshalb die Comtesse in ihre Gewalt. Monsieur Duport wird genötigt, eine obskure Übergabe in einem Wirtshaus zu machen, wo er dem vermeintlichen Teufel begegnet. Der alte Gutsverwalter Winterhalter setzt wieder das mittelalterliche Recht der ersten Nacht ein und vergeht sich damit an unschuldigen Jungfrauen aus dem Dorf, verbringt eine Liebesnacht mit der Nichte des vizegräflichen Hausherrn, ertrinkt auf offener Landstraße und wird ohne Kleider erschlagen aufgefunden. Nebenbei heilt das seelenlose Wasser aus der Quelle den todgeweihten Vicomte und verspricht damit ein sattes Geschäft, das halb Paris zu interessieren scheint. Und von Vikar Ferré, der von einem Feuerwerk beinahe in den Nachthimmel katapultiert wurde, aber wie durch ein Wunder unverletzt blieb, um nur Tage später unter die Räder eines Fuhrwerks zu geraten, ganz zu schweigen. Ist das jetzt seltsam genug für Euch?«
Der Marquis seufzt.
»Erzählt mir nicht, was ich schon weiß. Übrigens, der Polizeiminister flüsterte mir zu, dass ganz in der Nähe eines Wirtshauses zwei Halunken aufgegriffen wurden.«
»Was sagen diese?«
»Gar nichts. Sie sind nämlich tot. Erstochen. Das Messer lag freundlicherweise gleich neben ihnen. Und Schmuckstücke des alten Gutsverwalters hatten sie in den Taschen. Es sind zwei Brüder aus diesem Dorf. Der Polizeiminister zwinkerte, als er mir diese Information heimlich zusteckte. Ich tat so, als würde ich wissen, was es damit auf sich hätte, habe aber bis jetzt nicht den leisesten Verdacht. Könnt Ihr Euch einen Reim darauf machen?«
»Gewiss, Marquis.«